Manuelle Medizin

 

 

Erkennen und Behandeln mit den Händen

 

Das "Knochensetzen" ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Schon in frühen Zeiten und bei vielen Völkern hat es Kundige gegeben, die in der Lage waren, durch gezielte Handgriffe Beschwerden an Wirbelsäule und Gliedmaßen zu lindern oder zu beseitigen.

 

Die Manuelle Medizin (synonym Chirotherapie, Manuelle Therapie) ist also eine alte Volkskunst, die erst relativ spät in die Hand des Arztes gelangte.  Diese befasst sich im Rahmen der üblichen diagnostischen und therapeutischen Verfahren mit der Physiologie und Pathophysiologie von reversiblen Funktionsstörungen am Haltungs- und Bewegungssystem. Sie umfasst alle diagnostischen und therapeutischen Techniken an der Wirbelsäule und an den Extremitätengelenken, die zur Auffindung und Behebung dieser Störungen dienen.

 

So muss zwischen Mobilisationsbehandlung und Manipulationsbehandlung unterschieden werden.

 

Mobilisation:    mehrfach rhythmisches Behandeln von Kapsel-Bandstrukturen und besonders der Muskulatur in freie und gesperrte Richtung

 

Gezielte Manipulation:    einmaliger Impuls am einzelnen Wirbelgelenk in die schmerzfreie Richtung

 

Da Diagnostik, Indikation und Kontraindikation ausschließlich Aufgabenbereiche des Arztes sind, gehört die Manuelle Medizin an der Wirbelsäule in die Hand des  Arztes mit der Zusatzbezeichnung

 

"ARZT für MANUELLE MEDIZIN"

 

 

 

Stellenwert der Manuellen Medizin

 

Die tägliche Arbeit am Patienten konfrontiert uns Ärzte mit den Auswirkungen einer sich verändernden Lebensweise. Störungen des Bewegungssystems in Arbeit und Ruhe werden bewusst vermehrt wahr genommen. Die Herausforderung an den Arzt liegt in der Erfassung funktioneller Störungen bei intakten organischen Strukturen: "Meine Befunde und Röntgen sind alle normal, Herr/Frau Doktor! Trotzdem - ich habe Schmerzen und kann mich nicht mehr gut bewegen!"

 

Ärztliche Heilkunde als Teil der medizinischen Wissenschaft wird zunehmend um funktionelle Problemkreise erweitert, die zusätzlich zum vorwiegend morphologischen Problemkreis bestehen. Beschwerdebilder mit funktioneller Ursache treten vermehrt in das Bewusstsein von behandelnden Ärzten, für die der Begriff "schicksalshaft" keine befriedigende Erklärung darstellt.

 

Funktionelle Dysbalancen im Bewegungssystem bereiten Beschwerden auf vielen Ebenen und stellen einen fachübergreifenden Anspruch für Patienten und Ärzte dar. Scheinbare Widersprüche zwischen Befund und Befinden fordern die Urhaltung des Arztes heraus, nämlich den Patienten zu begreifen, um ihn dann zu behandeln mit der vom Wissen gesteuerten Hand. Das gesicherte Wissen, Handeln und Überprüfen des Ergebnisses ist die Grundlage einer kommunikativen Arbeit am Patienten und der einbezogenen Berufsgruppen. Manuelle Medizin ist immer im Fluss der Erweiterung von Indikationen, Diagnostik und Therapie begriffen. Unser Angebot orientiert sich daran.

 

 


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